2026

Kruzifixe

Wie Bäume wachsen

An einem Samstagmorgen, gegen Ende des Sommers 2025, fuhr ich wieder einmal zu meiner Lieblingsbäckerei. Wie üblich interessierte mich Stefans Garten (der Besitzer der Kaisers Hofbäckerei in Irlach Gem. St.Georgen bei Salzburg). Vor dem Eingang beim Brennholzlager entdeckte ich einen großen Eschen Stamm, der bei näherer Betrachtung wie der Rücken des gekreuzigten Jesus aussah. Ich fragte Stefan, was er mit dem Stamm machen wolle, und erklärte ihm, was ich damit vorhatte. Er willigte ein und zwei Tage später fuhr Stefan den Baum mit seinem Traktor zu mir und ich begann mit der Motorsäge die Hände und den Torso zu separieren. Anschließend begann die Ausformung. Bis zum Wintereibruch war der Großteil der Hände und des Körpers vorgearbeitet.

 

 

Nach der Winterpause ging die Detail Arbeit los. Um der Holzoberfläche farbliche Variationen zu geben, wurde das Blut aus einem anderen Holz geschnitzt. Dankenswerterweise bekam ich aus dem Lagerbestand derTischlerei Johanns Spatzenegger Zwetschgenholz. Beim Ausdruck stand von Beginn an fest das er durch den Schnitt entstehen soll und nicht durchs Schleifen verwischt. Ebenso ist die Dynamik, die auf Golgatha durch den Wind herrschte in Haar und Bekleidung widergespiegelt. Die Darstellung der angewinkelten Beine ist die wahrscheinlichste Kreuzigungsart der Römer gewesen. Das Grün in der Dornenkrone assoziiert sich mit der Hoffnung. Bei der Oberfläche wurde tiefengebeizt und geölt. Das Kreuz ist aus lackiertem Schwemmholz und gibt dem Körper einen leichten gegen Schwung. Die Oberfläche des “INRI” Schriftzuges ist graphisch geriffelt, wodurch die Oberflächenspannung eine andere Dynamik im Licht erreicht. Dieses Werk spannt einen Bogen zwischen Natur Religion und Glauben. Eine seltene und einzigartige Kombination, die vor Allem durch das Holz lebendig wird.

Informationen zur Ausstellung kommen in Kürze.

Bei Fragen können sie mich gerne kontaktieren.

Holz: Eschen, Zwetschgen und Schwemmholz

Masse: Höhe 210 cm Breite 90 cm Tiefe 65 cm